 |
Der Aal (Anguilla anguilla)
ist ein erstaunlich anpassungsfähige Tier. Er lebt im
Meer, im Brackwasser und im Süßwasser, stellenweise in
sehr hoch gelegenen Forellenflüssen. Tagsüber sucht er
immer in Verstecken Schutz vorm Tageslicht, erst nachts
wird er aktiv und schwärmt auf Nahrungssuche aus. Der
Aal wurde bei den durchgeführten Datenerhebungen in 85
untersuchten Gewässern in Berlin nachgewiesen. Ohne
Besatzmaßnahmen wären die Bestände des Aals in Berlin
gefährdet oder erloschen. |
 |
Der Karpfen (Cyprinus carpio)
ist heute dank der von den Engländern entwickelten
modernen Karpfentechniken zum wahren Kultfisch avanciert.
Karpfenangler haben ihre eigene Ethik .die Fische werden
ausnahmslos zurückgesetzt-, sowie ihre eigene Sprache,
spezielle Köder und Montagen. Karpfen leben in unseren
Breiten zahlreich, es gibt sie nahezu in jedem Fluss, See
und Weiher. Der Karpfen gehört in Berlin zu den
eingebürgerten Fischarten und wurde bei den
durchgeführten Datenerhebungen in 74 untersuchten
Gewässern in Berlin nachgewiesen. Als Angel- und
Speisefisch wird er besonders in die fischereilich
bewirtschafteten Gewässer eingesetzt. |
 |
Die Plötze (Rutilus rutilus)
, auch Rotauge genannt, wurde bei den durchgeführten
Datenerhebungen in 102 untersuchten Gewässern in Berlin nachgewiesen.
Sie ist damit die häufigste einheimische
Fischart. Die vorgefundenen Bestandsdichten waren oft
sehr hoch. Besonders in kleineren Gewässern mit
fehlenden oder geringen Raubfischbestand sind die
Bestände kleinwüchsig. In den Havelseen hat sich durch
gezielte Befischungen das Wachstum der Plötze deutlich
verbessert. In den Dahme-Spree Gewässern wächst die
Plötze aufgrund der kontinuierlichen Befischungen sehr
gut. |
 |
Die Rotfeder (Scardinius
erythrophtalmus) wurde bei den durchgeführten
Datenerhebungen in 77 untersuchten Ge- wässern in Berlin
nachgewiesen. Die Populationsdichten sind sehr
unterschiedlich. in Gewässern, in denen submers
wachsende Makrophyten rückläufig sind, nimmt auch die
Bestandsdichte der Rotfeder ab, z.B. in den Havelseen. In
der Kuhlake dagegen hat die Anzahl der Rotfedern
zugenommen, seit die Einspeisung von mechanisch
gereinigtem Havelwasser dort die Wiederansiedlung von
submers wachsenden Makrophyten ermöglichte. |

|
Die friedliebende, schüchterne und
vorsichtige Schleie (Tinca tinca) wird
von vielen Anglern verkannt. Dabei sind Schleien großartige Kämpfer, die
gar nicht so leicht an den Haken
gehen. Die Schleie ist die typische Bewohnerin ruhiger,
warmer und pflanzenreicher Gewässer. Altarme, Teiche und
Weiher sind ihr zu Hause. Im Winter ist Schleienangeln
reine Zeitverschwendung : Ab November verfallen Schleien
bis Anfang März in eine Art Winterruhe. Die Schleie wurde
bei den durchgeführten Datenerhebungen in 80
untersuchten Ge- wässern in Berlin nachgewiesen und ist
damit in Berlin die siebenthäufigste Fischart. |
 |
Der mächtigste Gegner, auf den ein
europäischer Süßwasserangler hoffen kann, macht sich
in den vergangenen Jahrzehnten in Westeuropa immer mehr
breit. Heute ist er in nahezu allen großen Flusssystemen heimisch: In der Donau, in Rhein, Main, Necker, in der
Oder, in Loire, im Po und im Rio Ebro. Viele Angle hoffen
darauf, dass die Welse möglichst viel von der Biomasse
Weißfisch - die 80 % der Biomasse unserer Gewässer
ausmachen- in hochwertige Sportfische umwandeln. Warum
sich die Welse (Silurus glanis) in
Westeuropa in den vergangenen Jahrzehnten so ausgebreitet
haben, ist nach wie vor rätselhaft, aber wahrscheinlich
ist die allmähliche Veränderung unserer Gewässer
einer der Hauptgründe. Der Wels wurde bei den
durchgeführten Datenerhebungen in 18 untersuchten
Gewässern in Berlin nachgewiesen. |
 |
Mit seiner scharfkantigen Silhouette und
seinem gespaltenen Maul mit über 700 Zähnen ist der
Hecht (Esox lucius) hervorragend an die
Lebensbedingungen eines ständig auf der Lauer liegenden
Jägers angepasst. Dieser Raubfisch hat einen im ganzen
recht bescheidenen Appetit, denn er konsumiert jährlich
an Fischen nur die achtfache Menge seines eigenen
Körpergewichts. Der Hecht gehört in Berlin zu den
häufigsten Fischarten. Bei den durchgeführten
Datenerhebungen wurde er in 83 Gewässern nachgewiesen. In
den meisten von ihnen ist sein Vorkommen auf
Besatzmaßnahmen zurückzuführen. Zu den wenigen
Gewässern, in denen sich ein natürlicher Hechtbestand
erhält, gehören u.a. die Kuhlake, der Butzer See und
der Flughafensee. |
 |
Der Zander (Stizostedion
lucioperca) kommt in Berlin relativ häufig vor
und wurde bei den durchgeführten Datenerhebungen in 58
untersuchten Gewässern in Berlin nachgewiesen. Die durch
den anhaltenden Eintrag von Nährstoffen hervorgerufene
Eutrophierung begünstigt in vielen Gewässern die
Entwicklung des Zanders, da er sich in trüben Wasser
besser seiner Beute nähern kann. |

|
Die Quappe ( Lota lota)
gehörte bis ins vergangene Jahrhundert hinein in Havel
und Spree zu den häufigsten Fischarten. In diesem
Jahrhundert hat ihr Bestand in Berlin deutlich
abgenommen. Die Quappe wurde bei den durchgeführten
Datenerhebungen in 20 untersuchten Gewässern in Berlin
nachgewiesen. |

|
Der Blei(Abramis brama)
gehört in Berlin zu den häufigsten Fischarten und wurde
bei den durchgeführten Datenerhebungen in 88
untersuchten Gewässern in Berlin nach- gewiesen. Die mit
dem Ausbau von Havel und Spree einher- gehenden
Veränderungen der Gewässercharakteristik begünstigt
die Vermehrung des Bleis. Aufgrund der Stauhaltung müssen Havel und Spree, die ursprünglich in Berlin zur
Barbenregion gehörten, heute der Bleiregion zugeordnet
werden, d.h. der Blei ist jetzt der Leitfisch beider Flusssysteme. |

|
Die Güster (Blicca bjoerkna)
wurde bei den durchgeführten Datenerhebungen in 73
untersuchten Gewässern in Berlin nachgewiesen. Sie
besiedelt damit deutlich weniger Gewässer als der Blei.
In Gewässern, in denen beide Arten vorkommen, dominiert
in der Regel der Blei. In der Havel gehört die Güster
zu den Fischarten, die sich aufgrund der veränderten
Gewässercharakteristik stark vermehrten. |

|
Der Kaulbarsch (Gymnocephalus
cernua) wurde in 59 Gewässern in Berlin
nachgewiesen. Trotz der hohen Abundanz dieser Art in
Berliner Gewässern sind die Bestände rückläufig.
Während er in den großen Gewässern häufig ist,
erscheinen seine Bestände in kleineren Gewässern
bedroht. |

|
Die Karausche (Carassius
carassius) wurde bei den durchgeführten
Datenerhebungen in 84 untersuchten Ge- wässern in Berlin
nachgewiesen. Ihr Anpassungsvermögen ermöglicht auch das
Überleben in Gewässern mit hohem Nähr- und
Schadstoffkonzentrationen, wie Rieselfeldergräben,
Regenrückhaltebecken und Pfuhle. Da in diesen meistens
natürliche Fressfeinde fehlen, neigen die Bestände zur
Zwergwüchsigkeit. |

|
Die Ukelei (Alburnus alburnus)
wurde bei den durchgeführten Datenerhebungen in 60
untersuchten Ge- wässern in Berlin nachgewiesen. Obwohl
überall in hohen Abundanzen vorhanden, sind zum Teil
rückläufige Bestandsentwicklungen zu beobachten (Müggelsee, Gosener Kanal). |

|
Die durchgeführten Datenerhebungen
ergaben, dass die Regenbogenforelle (Oncorhynchus
mykiss) in mindestens 17 Berlinern Gewässern
vorkommt. Die Bestände sind ausschließlich auf
Besatzmaßnahmen von Fischereiberechtigten oder aus
Zuchtanstalten entwichene Tiere zurückzuführen. 1992
wurde die Regenbogenforelle in der Wuhle ausgesetzt. Da
sich die Regenbogenforelle in Berlin nicht selbst reproduzieren kann, verschwindet sie, wenn keine
weiteren Besatz- maßnahmen erfolgen, mit der Zeit von
selbst. |

|
Der Rapfen (Aspius aspius) wurde
bei den durchgeführten Datenerhebungen in 33
untersuchten Gewässern in Berlin nachgewiesen. Im
Kupfergraben, in der Müggelspree, im Gosener und im
Oder-Spree-Kanal gehört er zu den häufigeren Fischarten. Allgemein hat der Bestand dieser Art in den
letzten Jahren zugenommen. Da der Rapfen keine hohen
Ansprüche an die Wasserqualität stellt und erwachsene
Tiere bevorzugt im Freiwasser jagen, verwundert es nicht, dass er auch in naturfern ausgebauten Gewässern, wie
z.B. dem Landwehrkanal angetroffen wurde. |

|
Der Giebel (Carassius auratus
bibelio) wurde bei den durchgeführten
Datenerhebungen in 62 untersuchten Ge- wässern in Berlin
nachgewiesen. Besonders häufig war er in
Nährstoffreichen Gewässern, in denen es regelmäßig zu
Sauerstoffdefiziten kommt (Rieselfeldergräben, Pfuhle
und Teiche). Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit und
seines hohen Vermehrungspotentials wird er zu Nahrungskonkurrenten anderer Fischarten. |

|
Der Barsch(Perca fluviatilis
Linnaeus) gehört zu den häufigsten Fischarten
in Berlin und wurde bei den durchgeführten
Datenerhebungen in 99 untersuchten Gewässern in Berlin
nachgewiesen. Von Pfuhlen abgesehen besiedelt er hier
alle Gewässertypen. In einigen Gewässern erreicht er
sogar so hohe Bestandsdichten, dass sich sein Vorkommen
dort durch den Fraßdruck auf die Brut anderer Fischarten
negativ auswirkt. In Berlin wurde der Barsch als
begehrter Speise- und Angelfisch von
Fischereiberechtigten in zahlreiche Gewässer eingesetzt. |
| |
|